Wahrheit & Liebe

„Wenn ich verzweifelt bin, sag ich mir immer wieder, dass in der Geschichte der Weg der Liebe und der Wahrheit immer wieder gesiegt hat. Es mag Tyrannen und auch Mörder gegeben haben, die so schien es manchmal unbesiegbar waren, aber irgendwann wurden sie doch gestürzt. Denke immer daran, immer, immer wenn du bezweifelst, dass der Weg, den du gehst Gottes Weg ist, der Weg, den er für uns vorher bestimmt hat, denke daran und dann versuch in seinem Glauben zu leben.“ (aus dem Film Gandhi)

Spatzenschreck

God is a tough opponent

„Glaubst du an Gott?“, fragte mich Skral.
„Nein. Wir sind befreundet.“
„Und wie kommt ihr miteinander zurecht?“
„Ich jage ihm die Spatzen vom Dach, die ohne seinen Willen nicht herunterfallen würden.“
„Und was sagt er dann?“
„Er lacht und gibt mir alles, was ich von der Welt und ihm zu bekommen wünsche.“
„Was ist das?“
„Nichts.“
Ich sagte: Nichts. Doch nähme ich mir selbst, was ich brauche. Denn es steht ja alles bereit,
Skral sagte, dies sei wahrlich der Wahnsinn.

(von Janosch aus Gastmahl auf Gomera, erschienen im Goldmann Verlag)

The Waking

I wake to sleep, and take my waking slow.
I feel my fate in what I cannot fear.
I learn by going where I have to go.

We think by feeling. What is there to know?
I hear my being dance from ear to ear.
I wake to sleep, and take my waking slow.

Of those so close beside me, which are you?
God bless the Ground! I shall walk softly there,
And learn by going where I have to go.

Light takes the Tree; but who can tell us how?
The lowly worm climbs up a winding stair;
I wake to sleep, and take my waking slow.

Great Nature has another thing to do
To you and me, so take the lively air,
And, lovely, learn by going where to go.

This shaking keeps me steady. I should know.
What falls away is always. And is near.
I wake to sleep, and take my waking slow.
I learn by going where I have to go.

(by Theodore Roethke)

Für dich!

Ein Genie verabschiedet (Gabriel García Márquez)

Wenn für einen Augenblick Gott vergessen würde,
dass ich eine Stoffmarionette bin und er mir noch einen Fetzen Leben schenken würde:
die Zeit würde ich intensiver ausnutzen.
Sehr wahrscheinlich würde ich nicht alles sagen,
was ich denke, aber ich würde überlegen, was ich sage.

Ich würde weniger schlafen, ich würde mehr träumen,
denn für jede Minute, in der wir die Augen schließen, verlieren wir sechzig Sekunden Licht.
Ich würde gehen, wenn andere stehen bleiben,
und aufwachen, wenn andere schlafen. Weiterlesen